Cyber-Mobbing

 

Unter Cyber-Mobbing (Synonyme: Cyber-Bullying, E-Mobbing) versteht man das absichtliche Schikanieren Anderer über einen längeren Zeitraum mittels elektronischer Kommunikationsmittel wie zum Beispiel:

  • Social Communities (z.B. Facebook)
  • Webchats und Online-Portale (z.B. ask.fm)
  • Messaging-Dienste (z..B. Skype, WhatsApp, Snapchat, ...)
  • Telefon, Handy, Smartphone
  • Bild- und Videoportale (z. B. Instagram, Youtube)


Möglichkeiten der Intervention an Schule

 

Schauen Sie nicht weg! Häufig ist schnelles Handeln gefragt, damit sich diffamierende Videos, Fotos oder Gerüchte nicht weiter im Netz verbreiten. Lehrkräfte und Mitschüler_innen sollten nach Bekanntwerden eines Falls von Cybermobbing an ihrer Schule umgehend reagieren.
 

Führen Sie ein Gespräch mit dem/der Betroffenen! Was ist konkret vorgefallen? Welche Personen sind beteiligt? Besteht der Verdacht auf eine Straftat? Dabei ist es besonders wichtig, die/den Betroffene/n ernst zu nehmen und alle weiteren Schritte unbedingt in Absprache mit dem/der Betroffene/n und ggf. seinen/ihren Eltern zu planen.

 

Suchen Sie sich professionelle Unterstützung! Wenden Sie sich an geschulte Fachkräfte Ihrer Schule, z.B. an den/die Schulsozialarbeiter_in oder Beratunsglehrer_in. Bei Verdacht auf starke psychische Belastung oder gar Traumatisierung des/der Betroffenen sollten Sie unbedingt die Schulpsychologie mit einbeziehen. Wenden Sie sich in solchen Fällen zu Ihrer Unterstützung bitte an die regionale Schulberatungsstelle der Stadt Bielefeld (RSB). Durch eine anonymisierte Fallschilderung im Kriminalkommissariat Prävention und Opferschutz (KK 34) der Polizei Bielefeld besteht darüber hinaus die Möglichkeit, eine erste Einschätzung der strafrechtlichen Sachlage zu bekommen.

 

Handeln Sie wohlüberlegt! Treffen Sie möglicherweise weitreichende Entscheidungen für Betroffene und Täter immer in Absprache mit dem/der Betroffenen, den Eltern, Fachkräften und der Schulleitung. Für eine Unterstützung in Form von Interventions-Beratung empfehlen wir die entsprechenden Beratungsstellen vor Ort (s.o.).

 

Bitte beachten Sie! Lehrkräfte dürfen nur bei Genehmigung der Eltern den Inhalt eines Schüler-Handys einsehen. Bei Verdacht auf eine Straftat darf nur die Staatsanwaltschaft oder die Polizei gegen den Willen des Inhabers den Inhalt des Handys durchsuchen. Lehrkräfte können jedoch bei Verdacht auf eine Straftat das Handy einziehen und haben darüber hinaus die Möglichkeit, die zuständige Polizeidienststelle zu informieren. Wichtig dabei ist: handeln Sie bitte erst, nachdem Sie sich selbst Unterstützung gesucht haben.

 

Wann liegt eine Straftat vor? Voraussetzung für eine strafbare Handlung ist das Vorliegen einer Rechtsverletzung. Cyber-Mobbing ist gesetzlich noch nicht als Straftatbestand normiert! Allerdings stellen einzelne Tatbestände eine strafbare Handlung dar, z.B:

Beleidigung (§ 185 StGB)
Üble Nachrede ( §186 StGB )
Verleumdung ( §187 StGB )
Nötigung ( § 240 StGB )
Bedrohung ( § 241 StGB )
Erpressung ( 253 StGB )
Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes ( § 201 StGB )
Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen ( § 201a StGB )
Verletzung des Briefgeheimnisses ( § 202 StGB)
Gewaltdarstellungen ( § 131 StGB )
Nachstellung ( § 238 StGB )
 


Möglichkeiten der Prävention an Schule


So können Sie als Lehrkraft auf drei Ebenen Cyber-Mobbing an Ihrer Schule vorbeugen:
 

1. Grundsätzlich sollte der ethisch-reflektierte Umgang mit Online-Medien gelehrt und gefördert werden. Spezielle Module für Lehrkräfte, Eltern und Schüler_innen gibt es beispielsweise bei klicksafe.de. Die Netzwerkpartner von Surfen mit SIN(N) bieten spezielle Informationsveranstaltungen, Workshops und Fortbildungen an, in denen Schüler_innen, Lehrkräfte und Eltern erfahren, welche strafrechtlichen Konsequenzen auf die unbedachte Verbreitung von Bildern, Videos oder Beleidigungen folgen können.

 

2. An jeder Schule sollte ein Verhaltenskodex in die Schulordnung integriert werden. Auch das Mobbing über Online-Medien sollte darin thematisiert und als unethisches Verhalten festgehalten werden. Mögliche Konsequenzen für Täter_innen und Handlungsstrategien für Betroffene sowie für Mitschüler_innen und Lehrkräfte, die von einem Fall erfahren, sollten hier ebenfalls aufgenommen werden. Die Netzwerkpartner von Surfen mit SIN(N) unterstützen Sie bei dieser Aufgabe.

 

3. Wir empfehlen, dass durch Unterrichtseinheiten, Workshops, Projekttage und weitere Maßnahmen an jeder Schule kontinulierlich Zivilcourage und der Einsatz für von (Cyber-)Mobbing betroffene Mitschüler_innen  gefördert werden. So kann einer Mitläufer-Mentalität vorgebeugt werden. Damit steigt darüber hinaus die Wahrscheinlichkeit, Fälle von Cybermobbing frühzeitig aufzudecken.

 

Haben Sie Interesse an den Präventions- und Informationsangeboten von SIN(N)?

Dann senden Sie uns Ihre Anfrage.

 

 

Links mit weiteren Informationen

 

www.time4teen.de

www.klicksafe.de

www.saferinternet.at

www.lehrer-online.de

www.jugendschutz.net

www.mobbing.seitenstark.de

www.nummergegenkummer.de